Landschaftsschutzpark Warthemündung

Einführung

Der Landschaftsschutzpark Warthemündung (Ujście Warty) wurde im Jahre 1996 gegründet. Die Parkfläche umfasst 20.534 ha innerhalb der Grenzen der Gemeinden: Słońsk, Witnica, Kostrzyn/Oder, Górzyca und Boleszkowice. Nur das Parkgebiet der letztgenannten Gemeinde liegt innerhalb der Grenzen der Woiwodschaft Westpommern.

Die Warthemündung ist ein breites Tal an der Gabelung von zwei großen Flüssen – der Oder und der Warthe (Warta). Die breiten, zweitweise unter Wasser stehenden Wiesen, Weideflächen, ein Netz aus Flüssen und Kanälen sowie die Reste des alten hydrographischen Netzes bestimmen den Charakter des Parks.

Aufgrund der im Jahre 1999 eingeführten neuen Verwaltungsstruktur Polens wurde das bisherige Schutzgebiet zweigeteilt. Die Folge ist, dass die überwiegende Mehrheit der Parkgebiete zur Woiwodschaft Lebus gehört und vom Landschaftsschutzparkverbund der Woiwodschaft Lebus verwaltet wird. Der Verwaltung des Landschaftsschutzparkverbundes der Woiwodschaft Westpommern unterliegt lediglich sein nördliches Fragment mit einer Fläche von 1798 ha.

Zusätzlich wurde im Jahre 2001 auf dem bereits geschützten Gebiet, das sich direkt in seinem „Herzen”, innerhalb der Grenzen des damaligen Naturschutzgebietes „Słońsk” befindet, der Nationalpark Warthemündung gegründet. Der Landschaftsschutzpark wurde funktional zu dessen Pufferzone.

Ausführliche Informationen über diese Parks (auf dem Gebiet der Woiwodschaft Lebus) finden Sie auf den Seiten des Nationalparks Warthemündung und des Landschaftsschutzparkverbundes der Woiwodschaft Lebus.

Karte

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Vorzüge im Bezug auf die Natur und Landschaft

Der Landschaftsschutzpark Warthemündung in Westpommern bildet ein relativ kleines Fragment im Netz der Schutzgebiete entlang des Odertals. In seiner Landschaft dominieren somit Auen, Altwässer und Wiesen, es gibt dort aber auch Fragmente der Wälder und sandige Inseln, die einst hier durch den Fluss abgelagert wurden.

Auf dem Gebiet des Parks findet man zahlreiche wertvolle Pflanzenbestände, die für sumpfige Flusstäler charakteristisch sind. In den Altwässern und kleinen Seen begegnet man u. a. der vom Aussterben bedrohten kleinsten Farnart - dem Gemeinen Schwimmfarn. Die Ufer sind von Sumpfpflanzen bewachsen, überwiegend von Seggenarten, wie die seltene Sumpf-Wolfsmilch. Interessant sowohl in Hinsicht auf die Natur als auch die Landschaft sind die bereits erwähnten Mineralinseln - charakteristische Dünen, die von Psammophilen (Organismen, die auf sandigem Boden leben) bewachsen sind, u. a. von der Sand-Segge.

Das Odertal und das zugehörige Mosaik aus Sumpfen- und Auenlandschaften bildet einen perfekten Lebensraum für zahlreiche Arten; beobachten kann man hier unter anderem Seeadler, Weißstörche, Schellenten, Gänsesäger oder Graureiher. Für zahlreiche Arten der Enten, Gänse und Kraniche bildet das Gebiet einen Zwischenstopp auf der Route ihrer Frühlings- und Herbstzüge. Die Wasser- und Sumpflandschaft eignet sich auch als Lebensraum für viele Amphibien und Säugetierarten, wie z. B. für die Biber. Ein interessantes Element der Landschaft bildet eine Ansammlung der Stieleichen, die hier auf einer Flussaue wachsen, auf diese Weise bekommen sie eine strauchförmige Krone und einen kurzen dicken Stamm.

Auf dem Gebiet des Landschaftsschutzparks Warthemündung befindet sich der geschützte Natur- und Landschaftskomplex „Porzecze”, der eine Fläche von 142 ha umfasst. In seiner Landschaft dominieren Wiesen, Dünnen, Altwässer und Waldgebiete, die in der Auenlandschaft des unteren Abschnitts der Oder liegen.

Touristische Attraktionen in der nahen Umgebung des Parks

Kapelle der Templer in Chwarszczany, ein Überbleibsel der Kommende (Sitz eines Ritterordens) aus dem 13. Jh., die von den Templern in der Schlinge des Flusses Mietzel errichtet wurde. Ihr Innenraum ist mit einem Zyklus der Wandgemälde in Freskotechnik geschmückt. Sie stammen aus dem 15. Jh. und zählen zu den kostbarsten Denkmälern dieser Art in Polen. Jedes Jahr findet an der Kapelle die Freiluftveranstaltung „Treffen an der Route der Templer in Chwarszczany” statt.

Ort der Schlacht von Sarbinowo, wo am 25. August 1758 eine der blutigsten Schlachten des neuzeitlichen Europas ausgetragen wurde. Gegeneinander gekämpft haben hier das preußische und das russische Heer und die große Schlacht blieb unentschieden. An der nahegelegenen Anhöhe, unweit der Straße Mieszkowice – Kostrzyn, erhebt sich ein kleines Denkmal, das an dieses Ereignis erinnert.

Der Landschaftsschutzpark Warthemündung liegt in einem Natura-2000-Gebiet: dem FFH-Gebiet Untere Oder (Dolna Odra) (PLH320037).

Die kleine Ortschaft Namyślin bietet den Touristen Erholung in einer stillen und ruhigen Umgebung. Im Ort findet man Übernachtungsmöglichkeiten. Freunde der aktiven Erholung können an einer Kajakfahrt auf dem Fluss Mietzel teilnehmen (Start in Gudzisz, ca. 5 km von Namyślin entfernt, außerhalb der Grenze des Parks), bzw. eine Radtour oder einen gemütlichen Spaziergang unternehmen.

Chlewice, eine kleine Ortschaft, die unweit der Mündung des Flusses Mietzel in die Oder liegt, ist von den Störchen besonders beliebt. Auf den Häusern und Masten kann man dort zahlreiche Storchennester finden.

Ausgewählte Strecken / touristische Wege

Route 1

Kanuwanderweg „der Kleinen Wasserkraftwerke” auf dem Fluss Myśla, 42 km (BarnówkoWięcławMostnoDębnoDargomyślChwarszczanyGudziszReczyceNamyślinChlewicePorzecze)

Ein interessanter Kajakweg, der sich in einem zweitägigen Ausflug bewältigen lässt. Er beginnt in der Ortschaft Barnówko, außerhalb des Landschaftsschutzparks Warthemündung. Unterwegs müssen die Kajaks an manchen Stellen wegen der dort befindlichen aktiven Wasserkraftwerke ein Stück getragen werden.

Route 2

Deutsch-polnischer Kultur- und Naturweg der „Ritterorden im Lebuser Land”, Radweg mit einer Gesamtlänge von 173 km (Kostrzyn/OderDrzewiceSzumiłowoKaleńskoNamyślinGudziszChwarszczanyDargomyślDębnoWitnicaSłońsk)

Eine internationale Route, die nur teilweise durch das Gelände des Landschaftsschutzparks Warthemündung verläuft. Sie verbindet Orte, die im Laufe der Jahrhunderte mit den Ritterorden der Templer und der Johanniter in Verbindung standen.

Praktische Informationen

Bearbeitung des Textes:

Tomasz Duda, Małgorzata Duda auf der Grundlage des Materials des Landschaftsschutzparksverbundes der Woiwodschaft Westpommern sowie aus Kanon krajoznawczy województwa zachodniopomorskiego [Landeskundlicher Kanon der Woiwodschaft Westpommern]. Szczecin 2014